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BYGONE

s/t

Es gibt immer wieder Bands und Alben, die einen völlig überraschen. Musikalisch, stilistisch. Die man den zu erwähnenden Genres und Stilmerkmalen nach eigentlich nicht angefasst hätte. Doch da wir im Ox-Büro in fast alle physischen Neuzugänge reinhören, gab es hier den Effekt, dass alle Anwesenden reagierten mit: „Oh, was ist das denn?“ Die sechsköpfige Band (voc, 2x gt, bs, key, dr) kommt aus Boston, veröffentlichte ihr Debütalbum aber auf Svart Records aus dem fernen Finnland. Und was ich hier höre, klingt alt. Seventies-Rock, bevor Punk mal ordentlich durchfegte. DEEP PURPLE, GENESIS, JOURNEY, RAINBOW, DIO, etc. Sehr alte Schule, sehr Classic Rock. Musik, wie sie heute von den Originalen in dritter Version und zig Tribute-Bands gespielt wird – braucht keiner, brauche ich nicht. Aber ... BYGONE hauchen diesem alten Sound, der im Kern ja faszinierend ist und für viele von uns (alten Menschen) vor Punk gut funktioniert hat, sehr überzeugend neues Leben ein – so wie es auch HELLACOPTERS oder KADAVAR tun und wie es SAINT VITUS einst taten. Frontmann Jim hat eine unaufdringliche, latent dramatische Stimme, britischer Heavy Metal hat deutliche Spuren hinterlassen, und eben – da wird es interessant – auch Roky Erickson. Das Ganze wurde völlig schnörkellos und trocken produziert, ist frei von Pathos, Kitsch und Bombast und macht mächtig Spaß.

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