
Das letzte Album der New Yorker Streetpunk-Band liegt schon Jahre zurück. 2018 erschien mit „Written In Blood“ die erste Platte mit dem neuen Sänger David Rodriguez. Auch wenn mit dem Opener „1312“ ein wahrer Smash-Hit ganz im Stil der CASUALTIES dabei war, bot sie ansonsten nur die gewohnte Kost, allerdings auf hohem Niveau. Dass die Band live super zusammenpasst, bewiesen mir zwei Konzerte in der Folgezeit. Umso gespannter war ich auf das neue Album, das jetzt auf Hellcat erschienen ist, dem Epitaph-Sublabel, das von Tim Armstrong von RANCID kuratiert wird. Und schon die Verpackung ist gefälliger als beim Vorgänger. Der Totenschädel mit Irokesenschnitt kommt zwar nicht an Pusheads geniale Zeichnung für die THE EXPLOITED-LP „Let’s Start A War“ heran, wirkt aber authentischer als ein Sensenmann mit Nietenarmbändern. Nach einem kurzen Intro – auch das erinnert an EXPLOITED – knallt der erste Song aus den Boxen – „Detonate“, in dem die Band all ihre Wut über die Ungerechtigkeiten dieser Welt in Worte und Hochgeschwindigkeitspunk packt. Auch der nächste Song „People over power“ reißt mich mit. Die klare Botschaft dieses Songs ist ähnlich wie bei „Destroy power not people“ von CRASS. „Empire falls“ hat durchaus denselben Hymnenfaktor wie „We are all we have“ und dürfte live für einen Circle Pit sorgen. Bei „Ashes of war“ hat die Native-American-Punkband 1876 die Percussions am Anfang beigesteuert, was diesem Song einen besonderen Charme verleiht. Beide Bands waren auch zusammen auf Tour und das Package hätte ich gerne live erlebt. Mittlerweile fiebere ich jedem weiteren Song entgegen und werde nicht enttäuscht. Im Intro von „Brick by brick“ spricht Vinnie Stigma, Gitarrist von AGNOSTIC FRONT, darüber, dass die Politiker alle gleich sind und uns „brick by brick“ unsere Freiheiten nehmen. „They are taking our freedom away“ lautet der Refrain, dazu ballert dein heftiger New York Hardcore-Sound, lautet. „Few the true“ könnte auch von DROPKICK MURPHYS stammen und dürfte live gut abgehen. „Now and tomorrow“ ist der nächste CASUALTIES-Smasher mit hohen Mitgrölfaktor. „Pigs on fire“ ist passend zum familiären Background des Sängers ein dreisprachiger Track, in dem außer auf Englisch auch auf Spanisch und Portugiesisch gesungen wird. Der Song hat die Botschaft zusammenzustehen, was gerade aktuell angesichts der restriktiven Politik gegenüber Menschen, die nicht zu den Privilegierten gehören, ein besonders wichtiges Statement ist. Der letzte Song, „Wake up, kill, repeat“, erinnert im Refrain durchaus etwas an „Argh fuck kill“ von DAYGLO ABORTIONS. „Detonate“ ist ein Hammer-Album geworden, die 13 Songs wirken einzeln wie auch zusammen und dürften das Live-Set von CASUALTIES um einige Hits erweitern.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #124 Februar/März 2016 und Henning v. Bassi
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