
Constantin Sarkadi gehört mit seiner Band CREVE COEUR der Pariser Noise- und Post-Rock-Kultur an und es ist gut zu wissen, dass die Hauptstadt Frankreichs auch musikalisch neben ihren Katakomben und der „Je t’aime“-Mauer etwas für Sightseeing-Muffel als Alternative bereithält. Neun Feuerwerkskörper, die mit aggressiver und leicht atmosphärischer Musik befüllt und im Studio 89 live eingefangen wurden. Es gibt einzelne, ausufernde Passagen und mystische Einsprengsel, die bei „Faraday“ sogar in Lounge-Sounds mit Blasinstrumenten aufgehen. Dieses leicht aufgeregte und hauchende Element in Constantins Gesang steigert sich von selbst in fauchende Schreie, geklagt wird auf Französisch über allerlei Katastrophen und Screamo, Industrial und Post-Metal-Notizen stehen zu Buche. Gut vorstellbar, dass Mitglieder von CREVE COEUR bereits in diversen Bands aktiv waren, damit ließen sich die verschiedenen Stile erklären, handwerklich ist das definitiv gut umgesetzt. Es wird sich zeigen, in welche Himmelsrichtung ihr zweites Album tendiert.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #177 Dezember 2024/Januar 2025 2024 und Nico Pfüller