
Schrägstes Coverartwork seit langer Zeit: Sänger Jyrki Riekki und Gitarristin und Co-Sängerin Jelina Rahikainen von THE CHIEFS aus Helsinki haben sich mit Rasierer und Bartcreme daran gemacht, aus zusammengezwirbeltem Brusthaar (von Jyrki?) den Bandnamen zu formen und das Ganze dann fürs LP-Cover zu fotografieren. Das ist schon recht ... besonders und ein echter Hingucker. Dabei haben THE CHIEFS es gar nicht nötig, ihre musikalischen Reize hinter flashy Artworks zu verstecken. Ehrlich gesagt suchte ich beim Hören des Albums das Cover und das Textblatt nach Hinweisen auf den Produzenten ab ... und fand den Namen Jürgen Hendlmeier nicht. Hätte aber sehr gut sein können, denn THE CHIEFS zelebrieren einen gepflegten sixtieslastigen, auch mal bluesigen Garage-Punk-Style, der sie in eine Liga stellt mit THE FLAMING SIDEBURNS, SWEATMASTER, HELLACOPTERS und Co. – die skandinavische Riege des Garage-Punk also. Wobei THE CHIEFS hier die „unrockistischste“ Band im Bunde sind, Jyrki gibt auch gerne mal den jungen Iggy Pop und Lux Interior, und textlich ist er bisweilen recht explizit, siehe „Republican Party reptiles“, den Opener der B-Seite, in dem Rechtskonservative ordentlich eingeschenkt bekommen, oder „Jesus“ von der A-Seite, mit der schönen Textzeile „Jesus fuck my asshole“ – damit kommt man nicht in den Himmel, hehe. Gesanglich hat er da was von Danzig in jungen Jahren. Gute Band mit reichlich Provo-Potenzial – mir gefällt das. Hat euer Plenum was gegen ein Konzert mit denen, trete aus dem Verein besser aus.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #182 Oktober/November 2025 und Joachim Hiller