
Auf ihrem zweiten Album führen CKRAFT ihren komplexen Mix aus modernem Metal, Jazz und gregorianischen Chorälen fort, allerdings verzichten sie komplett auf Gesang und lassen die mittelalterliche Gregorianik eher im technischen Aspekt zum Zuge kommen. Das Ganze funktioniert ähnlich wie bei PANZERBALETT, erinnert aber auch an eine Metal-Version von Tigran Hamasyan, allerdings mit Akkordeon statt Klavier. Bassist Marc Karapetian tourt zudem mit dem armenischen Pianisten und lebt sich bei CKRAFT in feinster Metal-Manier aus, was mit den teils djentigen Gitarren und dem schrillen Akkordeon, aber auch dem Saxophon bestens harmoniert. Auch der Vergleich zur französischen Zeuhl-Band MAGMA erscheint sinnvoll, während MESHUGGAH mehr als ein paar Spuren hinterlassen haben. Wer gerne anspruchsvolle Musik hört, die mit spielerischem Wahnsinn und jazzigen Ansätzen überzeugt, wird mit CKRAFT sehr viel Spaß haben können. Was das Quintett hier zu bieten hat, ist erste Sahne und sticht mit seiner Eigenwilligkeit aus dem großen Teich immer gleich klingender Metalbands mühelos heraus. Zugänglich ist die Musik nur bedingt, doch mit offenem Geist fällt es leicht, sich auf „Uncommon Grounds“ einzulassen. Der Name ist gewiss auch Programm.
© by Fuze - Ausgabe #110 Februar/März 2025 und
© by Fuze - Ausgabe #110 Februar/März 2025 und Rodney Fuchs