
Wie es um die italienische Raumfahrt bestellt ist, weiß ich leider nicht genau. In Rom scheint es jedoch ein paar Menschen zu geben, die vom Retro-Schick alter UdSSR-Raumfahrt-Ästhetik sehr fasziniert sind. COBOL PONGIDE frönen jedenfalls auf ihrem vierten Album der sozialistischen Space-is-the-Place-Thematik und ihren popkulturellen Auswirkungen. Klingt nerdig? Ist es sicher auch, denn musikalisch schießen die Vintage-Electro-Raketen geradezu in den Sternenhimmel. Hier etwas NDW, dort etwas 8Bit-Gebimmel und einige Oldschool-Synthies liefern den Antrieb zu der Reise des italienischen SciFi-Kollektivs ins All. Tanzbar ist das dank der elektronischen Rhythmusabteilung alles irgendwie, manchmal aber doch etwas stärker, beispielsweise in „Datemi il genoma“. Ich bleibe bei den Raumfahrt-Metaphern: Diese Schubrakete wird angetrieben von KRAFTWERK-artigen Rhythmen und seltsam weirden Modulen aus dem DEVO-Programm sowie Sounds, die an internationale Kolleg:innen wie AAVIKO oder MEINE KLEINE DEUTSCHE erinnern. Man sagt, dass dich im Weltall niemand schreien hört. Allerdings können dich da oben alle ganz toll tanzen sehen, wenn COBOL PONGIDE erst einmal die internationale Raumstation beschallen.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #183 Dezember 2025/Januar 2026 2025 und Gary Flanell