
2020, im ersten Jahr der Corona-Pandemie, gründeten sich in Dublin, Irland GURRIERS. Und es muss sich wie ein Bandleben mit angezogener Handbremse angefühlt haben, bis es endlich losgehen konnte. 2023 und vor allem 2024, noch im Vorfeld ihres im September erschienenen Debütalbums „Come And See“, spielten sie schon zig Shows in Irland, UK und auch auf dem „Kontinent“, wie man als Inselbewohner den Rest von Europa bezeichnet. GURRIERS treten, und ich hoffe, sie verzeihen mir diese etwas plumpe Ankündigung, in die Fußstapfen von IDLES und ihren Landsleuten FONTAINES D.C., ja haben gute Chancen, die zu einem Teil zu beerben. Denn es gibt Menschen (hier!), die nicht in vollem Umfang vom Ergebnis des Wunsches erwähnter Bands nach musikalischer Weiterentwicklung begeistert sind. GURRIERS als um die Jahrtausendwende herum Geborene sind weit davon entfernt, den Post-Punk der frühen 1980er miterlebt zu haben, aber sie spüren dessen Nachwirkungen, so wie uns heute noch die Gravitationswellen des Urknalls erreichen. Da ist dieser pumpende, federnde Rhythmus, da sind aggressiv sirrende Gitarren, da ist der wummernde Bass, der hektische, verzerrte Gesang. Sie haben selbst mal BLACK MIDI (wohin sind die verschwunden?) als Inspiration genannt, ich werfe auch mal GIRLS IN SYNTHESIS und BAD BREEDING in den Raum, und so ist „Come And See“ ein atemloses, noisiges, wüstes Album, das Lust auf mehr macht.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #177 Dezember 2024/Januar 2025 2024 und Joachim Hiller