
Mit dem dritten Release gibt es endlich Nachschlag von Cosey Mueller, die unter anderem auch bei DAS DAS mitmischt. Auf „Softcore“ wird perfektioniert, was davor schon sehr gut funktioniert hat. Die Platte klingt vom ersten bis zum letzten Song wie aus einem Guss, der von einer DJane für einen Coldwave-Tanzabend kreiert wurde. Unglaublich effektiver Sound, der aus Sequencer, punktueller Gitarre, Beatbox und minimal-repetitivem Gesang auf den Punkt gebracht wird. Elektropunk, Minimal, Coldwave – nenn es, wie du willst, hier stecken die besten Dinge drin, die es in den 1980ern als Zutaten gab, frisch aufbereitet und einfach zeitlos schön. Die Scheibe kann man von vorne bis hinten in wechselndem Tempo durchtanzen und sich an den kleinen Melodien erfreuen, die exakt die Akzente setzen, die den Unterschied ausmachen. Sofern man etwas meckern möchte, wäre die Kürze der LP der einzige Punkt. Andererseits gibt es auch keinen Füller oder Track, der aus dem Rahmen fällt, nur um etwas mehr Spielzeit herauszuholen. Die Ein-Frau-Armee klingt dazu mit diesen wenigen Zutaten wahrhaft großflächig im Sound. Soll heißen, dass die LP einfach verdammt großartig klingt. Anspieltipp und Lieblingssong: Alles!
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #172 Februar/März 2024 und Kalle Stille
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #177 Dezember 2024/Januar 2025 2024 und Kalle Stille