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CRYPTOSIS

Celestial Death

Aufgrund des Covers des zweiten Albums des niederländischen Trios CRYPTOSIS hätte man hier schlimmen überproduzierten Progressive Metal der penetrant technischen Art vermutet. Schon das Artwork des Vorgängers „Bionic Swarm“ von 2021 sah irgendwie nach futuristischem Blödsinn aus, was aber Teil des Konzepts war, denn thematisch ging es um düstere Zukunftsvisionen hinsichtlich der Rolle der Technologie bei der Kontrolle von Menschen – also quasi Dystopie-Metal. Dass CRYPTOSIS – der Begriff beschreibt eine intensive Faszination und ein fast obsessives Interesse an Kryptowährungen und der Blockchain-Technologie – dennoch oldschooliger als vermutet klingen, hat sicher damit zu tun, dass man bis 2020 noch DISTILLATOR hieß und klassischen Thrash Metal auf den Spuren von SLAYER oder DESTRUCTION spielte, was sich auch deutlich in den ungelenken Cover-Illustrationen widerspiegelte. Bei CRYPTOSIS tendiert das Trio jetzt eher zu einem progressiven, immer noch recht ruppigen Black Metal, der mit Synthie-Klängen aufgelockert wird – im Gegensatz zu BLOOD INCANTATION klingt das aber eher nach Gothic Rock als Krautrock. CRYPTOSIS versehen ihr beherztes und frickeliges Geballer immer wieder mit interessanten Breaks und Rhythmuswechseln, was den dichtgestrickten Songs den nötigen Abwechslungsreichtum verleiht. Ein bisschen erinnerungswürdiger könnte das Ganze manchmal schon sein, aber in atmosphärischer Hinsicht punkten CRYPTOSIS auf jeden Fall.

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