
Die Vorahnung von Angst, das mulmige Gefühl, dass bereits im Vorhinein dafür sorgt, dass die Angst noch unerträglicher zu sein scheint, ist das Thema von „Miedo al miedo“ von DAMASCO. Die Band aus Barcelona veröffentlicht damit ihr zweites Album nach dem 2022 erschienene Debüt „Hamartia“. Der stellenweise post-rockige Anklang des Vorgängers wurde nicht gänzlich fallengelassen, aber alles kommt druckvoller und energiegeladener daher, wie schon der erste Akkord im Opener „Tabula rasa“ eindrücklich erkennen lässt. Zwischen Post-Hardcore und Post-Screamo hängen die Songs den diesen Genres typischen sanften und ruhigen Momenten hinterher, lässt sich die Gitarre mit dissonanten Tönen hören oder rollt wie in „Oposición“ als moshig-blastige Gewitterwolke durch die Gehörmuschel. Das Album enthält insgesamt elf Songs und ist eine wirklich gelungene Mixtur aus all den Eigenheiten dieser musikalischen Spielarten, ohne beliebig zu klingen. Alles fügt sich zu einem runden und spannungsvoll-atmosphärischen Ganzen. Nicht nur die Tempowechsel, sondern auch die gesetzten musikalischen Kontraste schaffen es, dass es gut und gerne in Dauerschleife hörbar ist. Eine willkommene Abwechslung zu den Bands, die bei nahezu allen Songs ähnlich klingen.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #163 August/September 2022 und Joachim Hiller
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #185 April/Mai 2026 und David Gabriel