DARIO ARGENTO PANICO

Zuletzt hatte man die 1940 geborene italienische Regielegende Dario Argento in einem Horrorfilm anderer Art als Schauspieler bewundern können, denn in Gaspar Noés „Vortex“ wird Argento mit den Schrecken des Älterwerdens konfrontiert. Noé ist natürlich ein großer Fan von Argentos Schaffen und dementsprechend sehr präsent in der Doku „Dario Argento Panico“, ebenso wie die Regiekollegen Nicolas Winding Refn und Guillermo del Toro. Simone Scafidi, knapp 40 Jahre jünger als Argento, hatte zuvor bereits mit „Fulci For Fake“ einen Film über dessen Regiekollegen Lucio Fulci gedreht. Er ist aber nicht der erste, der sich Argentos Werk annahm, denn 1985 hatte Argento-Protegé Michele Soavi („La Chiesa“) in „Dario Argento’s World of Horror“ die Schaffensjahre 1969 bis 1985 näher beleuchtet. 1993 drehte dann Luigi Cozzi „Dario Argento: Master of Horror“, der für den dreisten „Alien“-Rip-off „Astaron – Brut des Schreckens“ bekannt ist, mit einem Soundtrack der italienischen Progrocker GOBLIN. GOBLIN spielten auch für Argento eine große Rolle, komponierten sie doch die Musik zu dessen wichtigsten Filmen „Profondo Rosso“ (1975), „Suspiria“ (1977), „Tenebre“ (1982) und „Phenomena“ (1985), die die perfekte Untermalung für Argentos wilden visuellen Stil lieferte. Nach „Terror in der Oper“ von 1987 ging es aber zusehends bergab für Argento, dem man schon immer vorwerfen konnte, er würde mehr Wert auf die Form als auf den Inhalt legen. Ob sich durch „Dario Argento Panico“ (inzwischen auf DVD und Blu-ray erhältlich) ein jüngeres Publikum für dessen wegweisende Arbeiten begeistern lässt, ist schwer zu sagen, auf jeden Fall ist Scafidi ein deutlich persönlicherer Film als Soavi und Cozzi (die ebenfalls befragt wurden) gelungen, auch bedingt durch die Präsenz von Argentos Töchtern Asia und Fiore und seiner Schwester Floriana.

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