
Vor gut zehn Jahren hatte ich das Vergnügen, einem Vortrag von Wenzel Storch beizuwohnen – bekannt vor allem als Regisseur liebevoll ausgestatteter und mit eigenwilligem Humor versehener Eigenproduktionen wie „Der Glanz dieser Tage“ und „Sommer der Liebe“ (bei Martin Schmitz erschien dazu ein umfangreiches Filmbuch) –, in dem er sich der skurrilen Welt römisch-katholischer Messdiener-Magazine und -Romane widmete. Storch konnte da als langjähriger Messdiener aus dem Vollen schöpfen, was sich bereits 1989 in seinem Film „Der Glanz dieser Tage“ thematisch niederschlug, ebenso wie im 2015 fürs Theater Dortmund inszenierten Stück „Das Maschinengewehr Gottes“, eine „Kriminal-Burleske aus dem Messdienermilieu“. In Sachen Film und Theater gab es leider schon länger nichts mehr von ihm, dafür hat er jetzt in „Das Ei des Kolumbus“ zusammen mit Autor Gerhard Henschel das Bildmaterial alter Messdiener-Magazine zu neuen Fotoromanen zusammengebaut, versehen mit amüsant anzüglichem Humor und ergänzt um einen längeren Artikel zur Einordnung des Ganzen.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #178 Februar/März 2025 und Thomas Kerpen