
In den 2000er Jahren waren DEAD MEADOW aus Washington, D.C. mit ihrem Stoner-Psych-Rock-Sound immer einer der originelleren und musikalisch virtuoseren Vertreter der Neo-Fraktion, die nicht krampfhaft versuchten wie eine Garagenband aus den 1970ern zu klingen, sondern auch in einem zeitgemäßeren Kontext ernstgenommen werden wollten. Einige ihrer frühen Platten erschienen auf dem damals hippen Indie Matador – das Debüt von 2000 noch auf Joe Lallys Label Tolotta – und ihr von mir zuletzt bewusst wahrgenommenes Album „Warble Womb“ von 2013 dann beim offenbar nicht mehr aktiven New Yorker Label Xemu. Seitdem gab es immer wieder DEAD MEADOW-Releases, aber leider unterhalb meiner Wahrnehmungsgrenze. Nun sind sie bei Heavy Psych untergekommen, wo es auch Vinyl-Rereleases ihrer Frühwerke gab. Mich packt auf jeden Fall gleich wieder ihr lässiger und selbstbewusster Umgang mit Psychedelic Rock, der neben kunstvollen Instrumentalpassagen auch erstaunlich poppige Elemente besitzt. DEAD MEADOW waren immer eine Band, die selten mal in die Klischeefalle getappt ist, und diese Qualität haben sie sich bis heute bewahrt. Mit „Voyager To Voyager“ haben sie ein vorzügliches, vielschichtiges Album abgeliefert, das wieder ohne irgendwelchen modischen Schnickschnack oder stilistische Verrenkungen Psychedelic Rock aus seiner Zeitkapsel herausholen kann.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #59 April/Mai 2005 und Thomas Kerpen
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