
1987 gründete Fred Cole, Jahrgang 1948, in Portland, Oregon DEAD MOON, seine x-te Band, diesmal zusammen mit seiner Frau Toody (bs) und Andrew Loomis an den Drums. 2017 endete mit dem Tod von Fred die Geschichte der Band, aber auch hier gilt das Neil Young-Zitat „... dead but not forgotten“. Bis heute gibt es eine weltweite DEAD MOON-Fangemeinde, so auch in Berlin, denn Deutschland war immer ein Hotspot der Moon-Mania. Am Silvesterabend 1990 spielten DEAD MOON zusammen mit PIE RATS, SUGAR DADDY, NAPALM BEACH und KING KRAB im legendären Berliner Club Ecstasy, und ein paar Besucher, gerade mal 19, 20 Jahre alt, schwatzten dem Tonmann hinterher die Kassette ab, die dieser 90 Minuten lang hatte mitlaufen lassen. Die nudelten das Tape über Jahre durch, es verschwand ... und tauchte wieder auf und war erstaunlicherweise noch gut in Schuss, der Sound erstaunlich gut. Die Idee der Wiederentdecker um Christiane: 300 LPs pressen, vielleicht wird man die ja los. Wurde man, die Erstauflage von Frühjahr 2024 war schnell weg, und dann kam die Berliner DEAD MOON-Stadthalterin Szim ins Spiel (hat unter anderem am DEAD MOON-Buch mitgearbeitet, betreut den offiziellen Mailorder) und man veranlaste eine Nachpressung, wieder 300 Stück, die Ende 2024 erschien – und auch schon wieder alle ist. Ende 2025 kommt nun noch eine finale, dritteAuflage, alles im Doppel-LP-Format. Nun kann man auf sehr viele rumplige Live-Bootlegs gut verzichten, nur ... ist das hier kein Bootleg, denn Toody hat ihren Segen gegeben, und rumplig ist es auch nicht, zumindest nicht rumpliger als DEAD MOON es per se immer waren – eine Band, die nur Mono-Platten veröffentlichte Zeit ihres Lebens ... Nein, die Aufnahme ist erstaunlich gut, moderne Studiotechnik half da sicher, und sie ist vor allem authentisch: Saitenwechsel, die Pause dabei inklusive Publikumsrufe und halb abgebrochene Songs wegen Kassetten-Umdrehen (leider auch bei „54/40 or fight“). DEAD MOON covern viel, unter anderem singt Toody „Waiting for my man“, sie spielen „Signed D.C.“, „Communication breakdown“, „Time has come today“ und andere. Und „Dead moon night“, „Graveyard“, „Out on a wire“, „Walking on my grave“ ... Drei Alben hatten DEAD MOON damals schon raus, „In the Graveyard“ (1988), „Unknown Passage“ (1989) und „Defiance“ (1990), „Stranded In The Mystery Zone“ kam bald danach 1991. „Live At Ecstasy Berlin Dec 31 1990“ ist ein wunderbares Zeitdokument, alle „glitches“ gehören dazu und stören kein Stück – man meint, man stünde bei der Band im Saal ... und weiß, dass das nie wieder der Fall sein wird. Schnüff.
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