„Rabid“ war nach „Parasiten-Mörder“ („Shivers“) von 1975 der zweite Kinofilm des immer noch aktiven, inzwischen 82-jährigen Kanadiers David Cronenberg. „Parasiten-Mörder“ erschien letztes Jahr das erste Mal auf Blu-ray, jetzt folgte auch eine Blu-ray-Veröffentlichung von „Rabid“, der früher als „Der Überfall der teuflischen Bestien“ (auch bekannt als „Rabid – Der brüllende Tod“) im Kino lief und auf Video veröffentlicht wurde. Ungeschnitten war „Rabid“ immer, allerdings von 1982 bis 2005 wegen Jugendgefährdung indiziert. Die Qualität der Blu-ray ist sehr gut und als Bonus gibt es ein 20-minütiges Interview mit David Cronenberg und eines mit Nebendarstellerin Susan Roman, beide leider nicht untertitelt. Die lieblosen Dubtitle für die Originaltonspur sind völlig unbrauchbar, dafür ist aber die alte deutsche Kinosynchro recht gelungen. „Parasiten-Mörder“ und „Rabid“ (beide von „Ghostbusters“-Regisseur Ivan Reitman produziert) geben zusammen ein perfektes Double Feature ab, denn in beiden geht es um eine durch medizinische Experimente (Wissenschaftskritik!) ausgelöste Epidemie, die wie so oft bei Cronenberg eine starke sexuelle Komponente besitzt. Ist der Schauplatz in „Parasiten-Mörder“ ein Hochhaus, befällt die Epidemie in „Rabid“ (angelehnt an Romeros „Crazies“ von 1973) gleich eine ganze Stadt. Auslöser ist eine junge Frau, die nach einem Motorradunfall durch eine neuartige Hautgewebe-Transplantation zu einer Art Vampirin wird. Trotz Cronenbergs straffer Inszenierung ist die Prämisse noch unglaubwürdiger als in „Parasiten-Mörder“, aber Hauptdarstellerin Marilyn Chambers, die durch „Behind The Green Door“ 1972 zum Pornostar wurde, erwies sich hier als echter Glücksgriff, konnte sich aber dennoch danach nicht als seriöse Schauspielerin durchsetzen.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #180 Juni/Juli 2025 und Thomas Kerpen