DER ZEUGE HINTER DER WAND

Als „Der Zeuge hinter der Wand“ 2020 das erste Mal auf DVD erschien, hatte ich ihn trotz der interessanten Thematik völlig übersehen. Hierzulande war er bisher nur 1973 in den Kinos gelaufen, allerdings unter dem Titel „Diabolisch“. Wie bei vielen internationalen Produktionen dieser Art hat man es dabei noch mit zahlreichen anderen, voneinander abweichenden Titeln zu tun wie „What the peeper saw“ oder „La tua presenza nuda!“. Als Regisseur verpflichtete man den Briten James Kelley, der vor allem als Drehbuchautor aktiv war und ansonsten nur 1971 den unterdurchschnittlichen „Der Keller“ („The Beast in the Cellar“) drehte. Allerdings holte wohl Produzent Harry Alan Towers noch den italienischen Schmuddelfilmer Andrea Bianchi („Die Rückkehr der Zombies“, „Malabimba ­– Komm und mach’s mit mir“) mit ins Boot, um „Der Zeuge hinter der Wand“ die richtige Exploitation-Würze zu verleihen. Inzwischen gibt es den Film auch auf Blu-ray, mit weiterhin durchwachsener Bildqualität, dafür sind jetzt Untertitel für die englische Sprachfassung vorhanden. In „Der Zeuge hinter der Wand“ (mit schöner Musik von Stelvio Cipriani) spielt das spätere Bond-Girl Britt Ekland die neue Frau eines erfolgreichen Autors (ein eher fehlbesetzter Hardy Krüger), dessen vorherige Gattin unter mysteriösen Umständen in der Badewanne verstarb. Als Vorbild für diesen durchweg ziemlich provokanten und überraschenden Psychothriller (auch dank einiger bizarrer Traumsequenzen und Sexszenen) diente wohl „Böse Saat“ von 1956, denn im Mittelpunkt stehen die Taten eines psychopathischen, Tiere quälenden zwölfjährigen Schülers (der damals 14-jährige Mark Lester aus dem Musical „Oliver“), hinter dessen Unschuldsengel-Mine ein ziemlich diabolischer manipulativer Charakter steckt, der seiner Stiefmutter übel mitspielt.

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