
Die „Children of the damned“ DERRY sind „not afraid of spiders“ und „back for guts“. Auf „It’s Many Faces“ gehen die fünf Marburger MISFITS- und BLITZKID-Epigonen konsequent ihren schaurig-schnoddrigen Weg weiter. Zwölf rasierklingenscharfe Itzy-Bitzy-Songs (13 wären auch passend), die gut nach vorne gehen und sich buchstäblich in die Gehörgänge fräsen. Wenn schon B-Movie-Style, dann geht’s nicht ohne Ritzen, Menschenblut und Friedhofsromantik. Konsequenterweise widmet sich „It’s Many Faces“ ausschließlich Stephen Kings „It“ („Es“). Soundmäßig gibt es sehr eingängigen, prototypischen Horrorpunk, der, so vorhersehbar er auch sein mag, aus dem Stand zündet und trotz allerlei Gemetztel und Blutvergießen Laune macht. Was auf der (viel zu kurzen) „Remember The Curfew“-EP funktionierte, wird hier noch auf die Spitze getrieben. Zuckersüße Melodien passen einfach verdammt gut zu Tod und Verderben. Entsprechend bittersüß ist dann auch das Drama um „Laurie Ann“. Nicht weniger dramatisch eingängig, „Deadligths“. DERRY überzeugen auch auf Albumlänge und setzen sich fest im Oberhaus der Horrorpunk-Liga. Schön-schaurige Scheibe im Pennywise-Look mit attraktiven Vinyl-Editionen (obligatorisches Highlight: Splatter-Vinyl-Package), die CD kommt als Digipak mit fettem Booklet. Fettfleck hat sich hier richtig ins Zeug gelegt. Sehr cool! Catchy spooky stuff!
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #185 April/Mai 2026 und Lars Weigelt
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #175 August/September 2024 und Lars Weigelt