DES TEUFELS SAAT

Künstliche Intelligenz, ihr Nutzen und die damit verbundenen Gefahren mag gerade ein angesagtes Thema sein, aber beschäftigt im Bereich Science Fiction Autoren und Filmschaffende schon weitaus länger. Für Donald Cammells „Des Teufels Saat“ („Demon Seed“) lieferte Dean R. Koontz 1973 die Vorlage, eine der ersten und besten Adaptionen eines seiner zahlreichen Werke. „Des Teufels Saat“ ist ein Frühwerk von Koontz, das er später wohl als so unbefriedigend empfand, dass er das Buch 1997 quasi neu schrieb, seitdem ist die Originalversion ein kostspieliges Sammlerstück geworden. 2005 erschien Cammells Adaption das erste Mal auf DVD in ordentlicher Qualität, erst jetzt folgte eine nur als Mediabook erhältliche Blu-ray-Auswertung, die auch die DVD enthält, neben einem Booklet und dürftigem Bonusmaterial. Viele Filme hat der schottische Regisseur, der auch ein begabter Maler war und 1996 Selbstmord beging, nicht in seiner Karriere gedreht, die das damalige Publikum und die Kritiker meist verschmähten. Auch „Des Teufels Saat“ hatte Schwierigkeiten, 1977 gegen „Krieg der Sterne“ und „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ zu konkurrieren, was sicherlich an seiner sexuell provokanten Geschichte liegt, die mehr nach billiger Sexploitation und B-Movie klingt. Denn in Buch und Film übernimmt ein Supercomputer das Haus eines Wissenschaftlers und terrorisiert und schwängert dessen Frau. Das lässt sich aufgrund der bescheidenen Tricktechnik heutzutage nur noch bedingt ernstnehmen, dennoch besitzt Cammells Film neben einer sehr klaustrophobischen Atmosphäre immer noch eine verstörende Qualität, was vielleicht auch daran liegt, dass der größenwahnsinnige Computer in seinem Bestreben, mit der von Julie Christie („Wenn die Gondeln Trauer tragen“) gespielten Frau ein gottgleiches Wesen zu schaffen, erschreckend menschlich wirkt.

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