DIE ADDAMS FAMILY IN VERRÜCKTER TRADITION

Die Ende 2022 auf Netflix ausgestrahlte Fernsehserie „Wednesday“ (eine zweite Staffel ist angekündigt), bei der Tim Burton bei vier Episoden Regie führte, war eher was für Harry Potter-Fans. Meinem Empfinden nach hatte das nicht viel mit der in den Jahren 1964 bis 1966 produzierten, auf den ab 1938 entstandenen morbiden Cartoons von Charles Addams basierenden Fernsehserie „Die Addams Family“ zu tun. Zumal Jenna Ortega eine unglaublich schlechte Darstellerin ist, was sie in Burtons „Beetlejuice Beetlejuice“ aktuell noch mal unter Beweis stellen konnte. In „Wednesday“ taucht auch Christina Ricci in einer Nebenrolle auf, die die Rolle der Wednesday – die Tochter des exzentrischen, in einer verrottenden viktorianischen Villa hausenden Ehepaars Gomez und Morticia Addams – 1991 und 1993 in den beiden Barry Sonnenfeld-Filmen „Addams Family“ und „Die Addams Family in verrückter Tradition“ („Addams Family Values“) mit gerade mal elf beziehungsweise 13 Jahren übernahm. Von Riccis damaliger schauspielerischer Reife ist die 22-jährige Ortega Lichtjahre entfernt. Puristischeren Fans der ursprünglichen Schwarzweiß-Serie mit ihren schwarzhumorigen Boshaftigkeiten gegen das Scheinidyll der bürgerlichen Familie waren Sonnenfelds Filme möglicherweise zu bunt und mainstreamig. Aber im Gegensatz zu anderen Versuchen, TV-Serien in Spielfilme zu transformieren, sind beide Teile äußerst gelungen und besitzen einen unschätzbaren Unterhaltungswert, auch dank der großartigen darstellerischen Leistungen von Ricci, Anjelica Huston, Raúl Juliá und Christopher Lloyd. „In verrückter Tradition“, in dem Onkel Fester Opfer einer mörderischen Heiratsschwindlerin (John Cusacks Schwester Joan) wird, erschien 2019 bereits auf Blu-ray, inzwischen folgte ein 4K UHD-Release.

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