In letzter Zeit erschienen bei Filmjuwelen bereits zwei Filme des tschechischen Animationsfilm-Pioniers Karel Zeman in restaurierten Fassungen, zum einen die Otfried Preußler-Adaption „Krabat“, Zemans vorletzter Film von 1978, zum anderen sein Frühwerk „Reise in die Urzeit“ von 1955. Waren spätere Arbeiten von Zeman sogenannte Flachfigurenfilme, in denen neben den Darsteller:innen nur wenige reale Elemente auftauchten, orientierte sich „Reise in die Urzeit“ noch mehr an den Stop-Motion-Effekten von Ray Harryhausen oder Willis O’Brien und besaß vor allem einen pädagogischen Wert bei seiner Darstellung prähistorischer Welten. 1958 drehte Zeman dann mit „Die Erfindung des Verderbens“ einen seiner herausragendsten Filme, dessen eigenwillige Animationen so wirken, als hätte er alte Radierungen oder Kupferstiche zum Leben erweckt, in denen reale Darsteller:innen und Objekte auftauchen. Zemans spezielle Animationstechnik und sein ausgeprägter Hang zum Surrealen dürften auch Terry Gilliams Trickfilme für die Monty Python-Fernsehserie und -Kinofilme maßgeblich beeinflusst haben. Insgesamt drei von Jules Verne inspirierte Filme drehte Zeman, von denen der sehr düstere und technikkritische „Die Erfindung des Verderbens“ als künstlerisch werkgetreueste Adaption gilt, was sicher auch daran liegt, dass dafür die Illustrationen der originalen Jules-Verne-Romane als Vorlage dienten. „Die Erfindung des Verderbens“, in dem ein französischer Professor einen Sprengstoff entwickelt, mit dem die Erde vernichtet werden kann, erschien jetzt ebenfalls in einer restaurierten Fassung auf DVD und Blu-ray, und wie die anderen Zeman-Veröffentlichungen versehen mit einem Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen und einigen Featurettes, die teilweise ähnlich sind, teilweise auch variieren.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #180 Juni/Juli 2025 und Thomas Kerpen