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DIE GROSSE ILLUSION 1 - New York, 1938

Alessandro Tota

Ende der 1930er Jahre starteten Comics mit Superman, Batman und Co. ganz groß durch. In dieser Zeit siedelt Alessandro Tota („Fratelli“) seine fiktive Geschichte der jungen Diana Morgan an, die aus ihrem familiären Elend im depressionsgeplagten Kansas nach New York flieht und dort als Autorin ihr Glück auf die Probe stellt. Zunächst arbeitet sie unentgeltlich als Redaktionsassistentin für die kommunistische Zeitung Rise of the Masses, lernt auf Jobsuche das frivole New Yorker Nachtleben kennen und kommt schließlich auf einer Party in Kontakt mit der florierenden migrantischen Künstlerszene. Dort trifft sie auch einen italienischstämmigen Maler, der seinen Lebensunterhalt mit dem Zeichnen von Pulp-Comics verdient und Morgan aus der Not heraus als Autorin rekrutiert. Unter einem männlichen Pseudonym veröffentlicht sie trashige Superheldengeschichten und braucht sich um Geld keine Sorgen mehr zu machen. In atmosphärischen, in den modisch dominanten Farben der 1930er Jahre kolorierten, stilistisch einfach gehaltenen Bildern erzählt Tota von einer bewegten Zeit des Auf- und Umbruchs, in der vieles möglich schien, anderes aber unerreichbar blieb. So treffen politische Aktivisten, schräge Künstler und verschrobene Gangster auf eine Welt voller Misogynie, Rassismus, rücksichtsloser Ausbeutung und überschäumender Gewalt. Bald schon soll ein zweiter Band mit noch einmal rund 250 Seiten folgen. Bleibt zwar abzuwarten, wo Tota diesen zeitlich genau ansetzt, kurzweilig und trotz aller Fiktion historisch interessant wird das auf jeden Fall. Eigentlich schade, dass es die hier erdachten Weirdo-Helden namens Dogman, Arachna und Ghost Writer nicht wirklich gab.

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