DIE JUNGEN WILDEN

„Die jungen Wilden“ („The Young Savages“) war 1961 erst der zweite Kinofilm des damals bereits 31-jährigen Regisseurs John Frankenheimer („French Connection II“), ein Jahr später gelangen ihm dann mit „Der Gefangene von Alcatraz“ („Birdman of Alcatraz“) und „Botschafter der Angst“ („The Manchurian Candidate“) gleich zwei Meisterwerke und absolute Höhepunkte seiner Karriere. Mit „Die jungen Wilden“ – basierend auf einem Roman des Krimiautors Ed McBain, der auch das Drehbuch für Alfred Hitchcocks „Die Vögel“ schrieb – begann auch Frankenheimers Zusammenarbeit mit dem zu dieser Zeit schon fast 50-jährigen Burt Lancaster, der auch in seinen Filmen „Der Gefangene von Alcatraz“, „Sieben Tage im Mai“ und „Der Zug“ mitspielte. Im Gegensatz zur DVD-Veröffentlichung von 2011 liefert die aktuelle Blu-ray (eine DVD-Neuauflage gibt es auch) eine deutlich verbesserte Bildqualität. Bei dieser schön fotografierten Mischung aus Film noir, Gerichtsfilm und Jugendkriminalitäts-Drama zeigt sich bereits Frankenheimers Händchen für kraftvoll inszenierte Action-Szenen. Auch darüberhinaus wirkt „Die jungen Wilden“ (mit Telly Savalas in einer seiner ersten Rollen) nach über 60 Jahren immer noch äußerst relevant, so wie er Rassismus-Probleme in der amerikanischen Gesellschaft anhand eines Bandenkriegs zwischen Puertoricanern und einer italienischen Jugendgang thematisiert und auch den Unterschied zwischen Recht und einem ethischen Prinzip wie Gerechtigkeit veranschaulicht. Zu Beginn wird darin ein blinder Puertoricaner von drei Mitgliedern einer italienischen Jugendgang ermordet, und der von Lancaster gespielte und von Gewissenskonflikten geplagte Bezirksstaatsanwalt Hank Bell, der selbst italienischer Abstammung ist, muss schnell feststellen, dass der Fall nicht so eindeutig ist, wie es anfangs den Anschein hatte.

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