
DIGITAL CARBS aus München klingen fast wie eine bayerische Antwort auf RADIOHEAD. Die Stimme von Sänger und Bassist Johannes Rest erinnert sehr an die zerbrechlichen Vocals von Thom Yorke. Die Musik dazu ist eine permanente Achterbahn der Gefühle. Brachiale Riffs lösen zarte und leise Momente ab. Bollernde Bässe enden in psychedelischen Blumenwiesen. Irgendwo zwischen Indie, Psychedelic und Progressive Rock. Depressive Rock taufen die Musiker ihre Musik selbst auf Bandcamp. Diese Einschätzung teile ich nicht. Melancholie ja, Depression nein. Dazu steckt in den elf Songs einfach zu viel Kraft und Lebensmut. „Oh Hedonism“ ist das zweite Album der Münchner nach zwei EPs und dem Debütalbum „Are We Taking It Slowly“ (2022). Letzteres hatte Frontmann Johannes quasi im Alleingang geschrieben. „Oh Hedonism“ zeigt, wie gut die Chemie der ganzen Band funktioniert. Seltsame Grooves, verträumte Gitarren und dann wieder brachiale Ausbrüche und straighte Beats. Man weiß nie, was als Nächstes kommt. Veröffentlicht von einem Non-Profit-Kollektiv, das sich zum Ziel gesetzt hat, den Hochglanz von der Stadt der Reichen und Schönen zu fegen. Mission completed, würde ich sagen.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Wolfram Hanke