
„Doom Loop“ erschien bereits 2023 und ist das zweite Album der Londoner:innen DREAM NAILS. Im Jahr 2020 hatten sie ihr viel beachtetes selbstbetiteltes Debütalbum rausgebracht, dazu gibt es noch eine Handvoll kleinere Veröffentlichungen (physische Singles und digital). Das Debüt klang nach Garage und war musikalisch recht fröhlich, ähnlich den früheren DONNAS, wobei sich die Texte um ernste queere und feministische Themen drehten. Drei Jahre später erschien nun „Doom Loop“. Was ich zunächst gar nicht glauben konnte, denn die DREAM NAILS scheinen musikalisch einen Quantensprung gemacht zu haben. Der Wechsel vom kleinen Indielabel Alcopop zu Marshall spielt bestimmt auch eine Rolle: Die druckvolle Produktion ist mit dem „Geschepper“ von früher nicht zu vergleichen. Dennoch klingt „Doom Loop“ lebendig – nur wesentlich abgeklärter. Richtig fröhlich wirkt das nicht mehr, dafür kräftiger und wütender. Thematisch bleibt man den Queer-Themen treu („Good boy“, „Geraniums“, „Femme boi“). In „Sometimes I get lonely, yeah“ schlüpft Sänger:in Ishmael Kirby in die Rolle eines Incels. Kirby singt und slammt das recht authentisch. Gruselig. Die Platte ist insgesamt zweifellos gut und stark – aber irgendwie wollte man musikalisch zu viel reinpacken. Nachtrag: Inzwischen wurde die Position am Mikro von der bisherigen Bassistin Mimi Jasson übernommen.
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