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ELASTE 1980-1986

„Sounds war Hamburg, Spex war Köln, Elaste [war] München“, schreibt Klaus Walter im Vorwort zu diesem zig Kilo schweren A4-Buchklotz – und trifft es nur halb: die ersten zwei Jahre agierte Elaste von Hannover aus. Der Markt für subkulturaffine Gitarrenmusikzeitschriften jenseits von ein paar Fanzines war klein damals, Norden, Süden, Westen der BRD aufgeteilt, nur Berlin hatte seltsamerweise keine zu bieten. Nach dem ersten Punk-Schock kam New Wave und NDW, Pop und Rock wurden (scheinbar) neu gedacht, und mit einem Schielen gen The Face in UK und Interview von Andy Warhol in NYC gründeten drei junge Männer Elaste: Michael Reinboth, Thomas Elsner und Christian Wegner. Stichworte: Diskurs-Pop und Pop-Diskurse. Und Lifestyle. Eher fanzinig in der Machart und mit großen Ambitionen (viele der Beteiligten kennt man heute aus der Ü60-Mediengeneration) hatten sie und diverse Freund:innen hier sechs Jahre lang ihre Spielwiese, die später dann Tempo und Wiener kommerziell abgrasten. Tatsächlich hatte ich Elaste damals als musikinteressierter Teenager nicht auf dem Schirm, deren Bezug zu Punk war nur noch theoretisch, und nach genug Material für ein Serien-Drehbuch bietenden Querelen war das Projekt 1986 nach 16 Ausgaben Geschichte, landete – echt – alles auf dem Müll. Michael Reinboth, einer der Gründer, ist bis heute mit seinem Label Compost Records aktiv, über den ist nun auch dieser Sammelband mit Nachdrucken von Seiten, Fotos und Texten (als Text, nicht als Repro) der damaligen Magazine erschienen, ergänzt um ein Namensregister – ohne Seitenzahl ... Unbedingt lesenswert ist der analytische Rückblick von Thomas Elsner. Ein essentieller, detaillierter Flashback in ein Kapitel westdeutscher Subkulturgeschichte.

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