
„... is a dead one“ geht der Satz auf der Coverrückseite weiter. Es ist eine Abwandlung des Satzes, der dem US-amerikanischen General Philip Sheridan (1831-1888) für das Jahr 1869 zugeschrieben wird, in Bezug auf die nordamerikanischen Ureinwohner. Und ja, der Humor in der Crustpunk- und Grindcore-Szene war in den 1980ern schon recht derb. ELECTRO HIPPIES kamen aus Käffern zwischen Liverpool und Manchester, hatten sich 1985 gegründet und bereits 1989 wieder aufgelöst. Jeffrey Walker, später CARCASS, spielte hier mal Gitarre und sang. Mit „The Only Good Punk ... Is A Dead One“ nahmen sie nur ein reguläres, 1987 auf Peaceville erschienenes Album auf, davor kam 1986 die „Play Loud Or Not At All“-Split-LP mit GENERIC, danach die „The Peel Sessions“-12“, denn John Peel hatte aufgrund eines Tapes sein Interesse an der Band bekundet. Auf Boss Tuneage war 2018 die Zusammenstellung „Deception Of The Instigator Of Tomorrow: Collected Works 1985-1987“ erschienen, eine Sammlung aller nicht via Peaceville veröffentlichter Aufnahmen der Band, nachdem bereits 1989 Peaceville die 38 Tracks umfassende Compilation „The Peaceville Recordings“ veröffentlicht hatte, mit dem fast identischen Album-Artwork. Über die Jahre gab es dann immer wieder neue CD- und LP-Versionen von „The Only Good Punk ...“, nun also einmal mehr via Peaceville auf CD. 26 Tracks, die 20 Album-Songs plus zwei vom „Hiatus“-Sampler und vier von der „A Vile Peace“-Compilation. Wie ihre Labelmates respektive Zeitgenossen DOOM, NAPALM DEATH, EXTREME NOISE TERROR oder SOERE THROAT waren ELECTRO HIPPIES nichts für Zartbesaitete, trotz empathischer Texte über Tierrechte und Vegetarismus: Crustpunk in Höchstgeschwindigkeit, mehr auf die Fresse als etwa bei „Gas Joe Pierce“ geht fast nicht. Wundervoller Extremsport!
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #137 April/Mai 2018 und Joachim Hiller
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Joachim Hiller