
Labelwechsel, unklare Rechte, gelöschte alte Aufnahmen, dies, das. Und dann nimmst du einfach das ursprüngliche Album neu auf, mit verbesserten musikalischen Fähigkeiten und besserer Aufnahmetechnik. So geschehen bei ELLENDE, deren Mastermind und einziges festes Mitglied L.G. aus Graz ist. Und so wurde aus dem „Todbringer“ von 2016 die „Todbringerin“ 2024, die von vorne bis hinten inklusive des großartig gemalten Covers von L.G. gefertigt wurde, allerdings unter Zuhilfenahme eines gelernten Schlagwerkers. In den Strukturen sind die Songs nur wenig verändert worden, aber die Instrumentierung und der Klang sind in eine neue Dimension gehoben worden. Jedes Instrument ist hörbar, Geschrammel und Rauschen sind verschwunden, die „Todbringerin“ ist quasi der Kern des „Todbringers“. Musikalisch mäandert ELLENDE im Post-Black-Metal mit akzentuierten Drums und einem treibenden Bass im Untergrund, wenn die Songs Richtung Schwarzmetall auspendeln, oder in melancholischen akustischen Gitarren und (leider) Plastikpiano, wenn es in Richtung Post- geht. Über allem thront der typische infernalisch geschriene Gesang, der nur in Ausnahmen auch mal flüstern darf und damit die Brücke zum Black Metal schlägt. Ein Album zum Zuhören, dann aber sehr gut.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #165 Dezember 2022 /Januar 2023 2022 und Ollie Fröhlich
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #177 Dezember 2024/Januar 2025 2024 und Ollie Fröhlich