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GEORGE DORN QUINTET

Everybody’s Darling

GEORGE DORN QUINTET loten auf „Everybody’s Darling“ einen hermetischen Raum aus, in dem Independent-Rock zugleich seziert und neu montiert wird. Der Titel wirkt wie Ironie, Musik, die bewusst Distanz erzeugt und in leicht krautiger Klangästhätik agiert. Stoische Bassfiguren und ein reduziertes Schlagzeug erinnern an die tranceartige Repetition von VELVET UNDERGROUND, während nervöse Gitarrenläufe immer wieder eruptiv in die Kompositionen einbrechen und eine fiebrige Intensität erzeugen, die an WEDDING PRESENT denken lässt. Aus diesem Spannungsfeld entwickelt die Band eine eigentümliche Klangarchitektur, die Instrumente wirken warm und analog, zugleich durch Effekte leicht verfremdet, als würden vertraute Strukturen in einem anderen akustischen Raum gespiegelt. Die Stimme schwebt häufig halb im Hintergrund, weniger als erzählendes Zentrum denn als geisterhafte Präsenz im Geflecht der Arrangements. Gerade diese kontrollierte Distanz verleiht den Songs eine melancholische Schwere. Im Kontext des deutschsprachigen Undergrounds positionieren sich GEORGE DORN QUINTET damit bewusst abseits gängiger Indie-Formeln. „Everybody’s Darling“ funktioniert weniger als Sammlung einzelner Songs denn als geschlossenes Stimmungsbild – ein Album, das die Tradition des Gitarren-Undergrounds ernst nimmt und sie zugleich mit einem nüchternen, fast akademischen Blick neu vermisst. Schade allerdings, dass das in zwei Sessions entstandene Material sich doch deutlich in der Soundqualität unterscheidet, wodurch das Album nicht wirklich wie aus einem Guss, sondern zerrissen, wie Patchwork wirkt.

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