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FACS

Wish Defense

Was machen eigentlich ... DISAPPEARS aus Chicago, die einige sehr schöne Platten über kranky veröffentlicht haben? Ehrlich gesagt hatte ich die irgendwann aus den Augen verloren und so gar nicht mitbekommen, dass Sänger und Gitarrist Brian Case seit 2017 mit FACS weitermacht. Der Bandname ist, so heißt es, eine Reverenz an die Katalognummern von Factory Records. Seitdem haben FACS jedes Jahr (!) ein neues Album veröffentlicht, mal auf Trouble in Mind, auch aus Chicago, mal in Eigenregie. „Wish Defense“ ist ihr neuestes Werk, dessen Cover sicher rein zufällig in Sachen Artwork an „Closer“ erinnert, musikalisch aber gar nicht. Wobei: Post-Punk ist auch das hier. Sehr strukturierte Musik, absolut transparent und räumlich aufgenommen – von Steve Albini. Der starb am 7. Mai 2024, da waren FACS gerade bei ihm im Studio. Am 6. und 7. Mai fanden die Aufnahmen statt, am 9. Mai waren sie noch abschließend mit Sanford Parker im Studio. Eine Tragödie. Gemischt hat das Album schließlich John Congleton, auch ein alter Bekannter. FACS sind so was wie alter Chicago-Musikadel, irgendwo im Kontext von Bands von KARATE bis SHELLAC, wo ganz unten eine Basis aus Hardcore, Punk und Noiserock schlummert und obendrauf eine wild wucherndes Musikgestrüpp gewachsen ist, das aber ohne die Energie und Schärfe der Wurzeln nicht denkbar wäre. Komplex und smart, aber ohne das Artifizielle und Pompöse, das mich an Progrock so abstößt.

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