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FLUID

Punch N Judy / Clear Black Paper / Roadmouth / Glue

Da denkt man immer, man habe ein Gedächtnis wie ein Elefant, und dann stellt man fest, dass an der Stelle, wo man hofft, dass THE FLUID irgendeine Erinnerung triggern sollten, ein blinder Fleck ist. Zugegeben, 1987/88 war mein musikalisches Interesse anderswo angesiedelt als das von Rembert Stiewe und Reinhard Holstein, den Machern des The Glitterhouse-Fanzines und von Glitterhouse Records. Die hatten 1987 als einen der frühen Releases ihres bis heute existierenden Labels von der 1985 in Denver, CO gegründeten Band THE FLUID deren Debütalbum „Punch N Judy“ (1986 in den USA auf Rayon erschienen) lizensiert und in Europa veröffentlicht. ROLLING STONES und MC5 sollen damals deren Hauptinspiration gewesen sein, aber der Sound des ersten Albums passt auch ins Bild, das ich vom damaligen Glitterhouse-Beuteschema habe. Zu der Zeit wurden von Beverungen aus beispielsweise auch MIRACLE WORKERS, BROKEN JUG, GREEN RIVER, MUDHONEY, LOVESLUG, THE STRANGEMEN und LES THUGS veröffentlicht. Und das G-Wort in Bezug auf Bands aus Seattle verwendete noch keiner. 1988 dann kam das zweite THE FLUID-Album „Clear Black Paper“, in den USA auf diesem coolen neuen Label namens Sub Pop, dessen Releases in Europa auf Glitterhouse erschienen – so also auch das neue Album von THE FLUID. Die hatten einen guten Lauf, und so hauten John Robinson (voc), Matt Bischoff (bs), James Clower (gt), Rick Kulwicki (gt) und Garrett Shavlik (dr) 1989 gleich die nächste Scheibe raus, auch „Roadmouth“ kam wieder als Co-Release von Sub Pop und Glitterhouse. Die Connection endete erst 1990 mit der 6-Song-12“ „Glue“. Und dann kam, was damals zig Bands passierte: Majorlabels – hier: Hollywood Records – wedelten im Zuge des Grunge-Hypes mit Schecks und Verträgen und signten reihenweise Bands, die sie nicht verstanden, und die mit oft dicken Budgets Alben aufnahmen, die an der bisherigen Zielgruppe vorbei veröffentlicht wurden. „Purplemetalflakemusic“ erschien 1993 – und schwupp, THE FLUID lösten sich auf. 2008/09 gab es eine kurze Reunion, 2011 starb Kulwicki, 2012 wurden letzte Shows gespielt, und das war’s wohl ... bis jetzt: Sub Pop hat die drei ersten Alben und die 12“-EP neu aufgelegt, neu abgemischt von Produzentenlegende Jack Endino. Ich bin überrascht, wie gegenwärtig THE FLUID klingen, wie zeitlos ihre Musik war ... und dass ich sie in einem Blind Date wohl in Australien verortet hätte, was auch einiges über ihre Musik sagt.

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