
Solche Musik kann nur aus dem Rheinland kommen. Fröhlicher Elektro-NDW-Synthie-Pop-Sound zum Mitklatschen und Likör trinken. Aber Vorsicht, nichts verschütten. Da hat wohl jemand die Studiotür bei Bands wie DER PLAN, TRIO oder MEDIENGRUPPE TELEKOMMANDER offengelassen. Tatsächlich kommt Veit König aus Köln und hat mit MIKROVOLT Bühnenerfahrung gesammelt. Sein Komplize heißt Lars Schmidt, kommt aus Düsseldorf und war bei SUBTERFUGE. Aus dieser rheinischen Fernbeziehung sind zwölf Songs entstanden, die schwer nach 1980s klingen. Deutsche Texte, dazu Drum-Machine, analoge Elektroorgeln und Stromgitarren. Das klingt fast wie aus einem Videospiel vom C64. Mit herrlich naiver Poesie über E-Scooter, dicke Brüder, müde Raketen oder Donnerstage. So klang die Zukunft aus Sicht von Helmut Kohl: Fortschritt durch Technik, Aufschwung durch Konsum, grenzenloser Wohlstand ohne schlechtes Gewissen. Schöne neue Welt ohne Klimawandel, Artensterben und Wladimir Putin. Ein Tonträger wie aus der Zeitkapsel. Inzwischen haben wir gelernt, dass Fortschritt auch Schattenseiten hat und überbordender Konsum in den Abgrund führt. „Fortschritt Wachstum Auftrieb Zukunft“ ist das zweite Album von QUENT nach dem Debüt von 2020. Neon-Grußbotschaft aus dem elektronischen Retro-Underground.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Wolfram Hanke