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MILKSHAKES

Fourteen Rhythm & Beat Greats / IV: The Men With The Golden Guitars

Die Wiederauflage des MILKSHAKES-Katalogs geht in die nächste Runde; die Paten des Medway Beat erfahren nun, beinahe 30 Jahre nach der Auflösung, endlich die gebührende Wertschätzung. Bereits die 4CD-Box von 2023 gab einen ausführlichen Überblick über die Beatschaffe von Billy Childish, Micky Hampshire und Bruce Brand. Nun liegen endlich zwei Vinyl-Replikas weiterer MILKSHAKES-Alben vor. „14 Rhythm & Beat Greats“, das zweite Album der Band, macht den Anfang. Die Band, mittlerweile mit Russ Wilkins am Bass, hat nun ihren Stil und Sound gefunden, der rumpelige Beat der ’Shakes ist hier auf dem Zenit. Das Album, das gänzlich ohne Coversongs auskommt, ist eine Hitparade der anderen Art. Schlag auf Schlag folgen hier einige der größten Kracher der Band. Gleich der Opener „Seven days“ setzt den Kurs Richtung frühe KINKS, „Black sails (In the moonlight)“ ist eindeutig von den Hamburg-Ära-BEATLES beeinflusst. Dann sind da noch die berüchtigten romantic ballads „I want you“ und „You did her wrong“, authentische Tearjerker, und das rumpelige Instrumental „Red monkey“, allseits beliebter Crowd-Pleaser bis hinein in die HEADCOATS-Zeit. Ein unglaublich tightes Album, die Band ist bestens eingespielt, die Produktion (Oakwood Studio) angemessen trashig. „IV – The Men With The Golden Guitars“, ihr viertes Album, auch in Oakwood entstanden, ist ein reines Instrumental-Album. Hier lassen die vier ihren Link Wray-Obsessionen freien Lauf. Wer auf DickDalesqen Surf oder SHADOWS-Twang hofft, wartet vergebens. Die Songs sind allesamt recht düster, „Rhythm’n’Mood“ beschreibt den Sound ganz treffend. Riffs stiehlt man nicht nur bei Link, sondern auch bei Chuck Berry, und manche Songs klingen wie Backing Tracks ohne Gesangsspur, etwas ideenlos umgesetzt. Nicht das stärkste Produkt im MILKSHAKES-Portfolio, aber auch nicht ohne Charme.

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