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FOXING

Draw Down The Moon

Um ehrlich zu sein, hatte ich nach den ersten Vorabtracks zum aktuellen FOXING-Album das Ding bereits abgeschrieben. Die Songs konnten mich als Singles einfach nicht fesseln. Jetzt muss beziehungsweise darf ich mich mit „Draw Down The Moon“ noch mal vollumfänglich beschäftigen und bin ziemlich glücklich, dass ich hier ein paar Zeilen zu diesem wirklich tollen Album abgeben darf. Es wird nicht mein Album des Jahres und sicherlich auch nicht mein liebstes FOXING-Album, aber es ist ein wundervolles Werk irgendwo zwischen experimentellen Sounds und Feelgood-Indie. Sagen wir doch vielleicht irgendwo zwischen MANCHESTER ORCHESTRA und TAME IMPALA? Die erstgenannten mag ich sehr, mit den zweiten verbinde ich Musik, die ich leider nicht greifen kann, die aber jährlich Hunderttausende auf Festivals wie dem Coachella begeistert und zig Millionen an ihren Streaming-Endgeräten. Dieser musikalische Schritt vom Debüt „The Albatross“ – dem quasi Emo-Math-Folk-Album – zu „Draw Down The Moon“ ist, betrachtet man die gesamte Diskografie der US-Band aus St. Louis, Missouri, absolut stimmig und nachvollziehbar. Klar, jede Band, die sich zunehmend von ihren anfänglichen Tönen löst und Schritte – nennen wir es Richtung Mainstream – unternimmt, läuft Gefahr, damit alte Fans zu vergraulen. Es ist am Ende aber auch oftmals die logische Weiterentwicklung für viele Bands, die in einer gewissen Szene erste Aufmerksamkeit erregt haben, sich von dieser zu entfernen, um dann mit der Zeit einfach den eigenen musikalischen Horizont zu erweitern, um eben nicht stillzustehen und vier Mal hintereinander die gleiche Platte rauszubringen. FOXING werden weiter wachsen und mit etwas Abstand betrachtet ist „Go down together“ ein ziemlicher Hit, der auf einer Playlist fast mit „My number“ von FOALS oder dem PORTUGAL. THE MAN-Überhit „Feel it still“ konkurrieren kann, die ja ebenfalls einen ziemlich krassen Spagat von ihrem Debüt hin zu ihrem heutigen Sound vollzogen haben.