
„Es wird gleich besser“ ist ein Albumtitel, zu dem es viele unterschiedliche Meinungen geben dürfte. Selbst innerhalb der Band war man sich bis kurz vor Fertigstellung der Platte nicht ganz einig. Ich jedenfalls finde ihn echt charmant, weil er auf so unterschiedliche Arten gedeutet werden kann. Wird wirklich bald alles besser? Oder spricht daraus einfach nur die verzweifelte Hoffnung? „04:18 Uhr“ gibt direkt zu Beginn des Albums einen düsteren Ton vor: Lava in den Straßen, überschwemmte Keller – klingt ganz schön dystopisch, ist an vielen Orten der Welt aber bereits Realität. Das Album klingt auf der einen Seite wie ein Weckruf, auf der anderen Seite wie ein Aufruf für mehr Miteinander und Zusammenhalt: „Wir zerteilen die Angst mit gewetztem Messer / Damit auch du heilen kannst, gleich wird es besser“, heißt es im Song „Gleich wird es besser“. Manche der Texte muss man erst wirken lassen, um sie verstehen zu können. Und manche interpretiert man bei mehrmaligem Hören immer wieder neu. Nachdem sich FRACHTER auf ihrem Debütalbum „Bad Sterben“ eher introspektiv präsentieren, klingt die neue Platte weitsichtiger und thematisch diverser. Wird es wirklich bald besser? Mit Sicherheit nicht alles, aber an manchen Stellen ganz bestimmt. Auf „Es wird gleich besser“ gehen Pessimismus und Hoffnung Hand in Hand.
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