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LOCKTENDER

Friedrich

Meeresrauschen. Dezente Melodie, dann intensive Gitarren. Die Segel sind gesetzt. Emotionale Shouts, düstere Dramatik, stürmische Rhythmen. Die Jungs aus Cleveland, Ohio bewiesen schon ihr Talent für guten Screamo, da schipperten sie noch als MEN AS TREES durch die musikalischen Gewässer. Seit einiger Zeit heißen sie LOCKTENDER und verfolgen ein spezielles Konzept: Ihre Alben widmen sie stets Persönlichkeiten aus Kunst und Literatur. Waren es in der Vergangenheit Franz Kafka und Auguste Rodin, so übernahm nun Caspar David Friedrich die Rolle der Muse. Das beiliegenden Booklet ordnet jedem Song eines seiner Gemälde zu. Und malerisch präsentiert sich auch der Sound auf „Friedrich“: Enorme Komplexität, brachiale Gitarren, spannende Steigerungen und rohe Dissonanzen machen jeden Track zu einer Besonderheit. Melancholische Intros mit hallenden Gitarrenmotiven beschwören akustischen Nebel herauf, die Vocals bei „The chasseur in the forest“ lassen das Blut in den Adern gefrieren und das stürmische „The abbey in the oakwood“ fliegt dem Hörer ohne Erbarmen um die Ohren. LOCKTENDER heben mit ihrer literarischen und schöngeistigen Herangehensweise den Post-Hardcore auf ein neues Level voller überwältigender Kraft, unergründlicher Tiefen und einer bedrohlich-ruhigen Atmosphäre. Nicht zu bändigen. Eben so wie das Meer.