
Das neue Album der Mannheimer Deutschpunk-Band KAPTAIN KAIZEN heißt „Für 3 Minuten 11“ und umfasst zehn musikalisch fordernde Tracks, die vielfältige Themen behandeln. Ziemlich genau das, was man von einem Punk-Album erwartet. Die Texte erschließen sich eher beim Lesen des Booklets als beim bloßen Hören. Es wird viel geschrien, die Instrumente klingen übersteuert und teils chaotisch. Die Leadgitarre erinnert stellenweise an KRAFTKLUB oder THE HIVES, wird jedoch von einem dichten Klangteppich aus Chaos umhüllt. Die anderen Instrumente drängen sich ebenfalls in den Vordergrund und machen den Gesang oft unverständlich. Wer sich die Mühe macht, die Texte zu entschlüsseln, entdeckt jedoch klare Gesellschaftskritik und Auseinandersetzungen mit dem politischen Rechtsruck. Die kryptischen Worte verlangen aufmerksames Zuhören und eine gewisse Bereitschaft, sich intensiv damit auseinanderzusetzen. In „Pflugschreiber“ thematisiert die Band die von Ghostwritern und Profitgier geprägte Musikindustrie. KAPTAIN KAIZEN passen nicht in den Mainstream – und das scheint bewusst so gewählt. Besonders deutlich wird dies in „Die Jahre sind vorbei“, bei dem die Gitarrenriffs bisweilen nicht zum restlichen Song zu passen scheinen. Das Album wirkt insgesamt wie ein ziemlich wilder Mix, bei dem es von allem ein bisschen zu viel gibt.
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