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FÜR DEN BRUCHTEIL EINER SEKUNDE - Das bewegte Leben von Eadweard Muybridge

Guy Delisle

Der hauptsächlich für seine leicht politisch gefärbten Graphic Novels über seine Aufenthalte in Shenzhen, Nordkorea, Myanmar und Jerusalem bekannte kanadischer Comiczeichner und Animationsdesigner Guy Delisle (1990 hatte er am „Werner – Beinhart!“-Film mitgewirkt) wagt sich mit „Für den Bruchteil einer Sekunde“ auf neues Terrain. Für seine erste Biografie hat er mit Eadweard Muybridge niemand Geringeren als den Pionier fotografischer Bewegungsstudien gewählt, die, obwohl erstmalig im späten 19. Jahrhundert in Buchform erschienen, auch heute noch regelmäßig neu aufgelegt werden und Kultstatus unter Trickfilmkünstlern genießen. In karikaturistisch angehauchten Zeichnungen, ab und an begleitet von einigen originalen Muybridge-Fotoaufnahmen, beschreibt er das schillernde Leben eines rastlosen, schrulligen Eigenbrötlers, der aus scheinbar hoffnungslosen Sackgassen irgendwie immer einen Ausweg findet und sich mit großer Risikofreude und viel Hingabe ins nächste Abenteuer stürzt. Muybridge war hervorragend vernetzt, ein Grund, warum hier quasi ganz nebenbei diverse andere spannende Randgeschichten erzählt werden: Ein Ausschnitt aus dem Leben des amerikanischen Großmagnaten Leland Stanford – darunter die Gründung der nach seinem Sohn benannten Standford-Universität –, die Geschäfte des Erfinders Thomas Edison, der Werdegang der bewegten Bilder rund um Lumière, Méliès und Alice Guy oder die Forschung des Physiologen und Fototechnikers Étienne-Jules Marey beispielsweise. Ein bis zur letzten Seite mit interessanten Informationen vollgepacktes Porträt, sachkundig, liebe- und humorvoll umgesetzt.

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