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... BUT ALIVE

Für uns nicht / Nicht zynisch werden?!

In Ox #16, das im Januar 1994 erschien, wurden über das erste ... BUT ALIVE-Album, das Ende 1993 erschien, von Co-Herausgeber Thomas Hähnel folgende Worte geschrieben: „Wenn jemand heute noch behauptet, Punkmusik mit deutschen Texten wäre längst passe, dann hat er die Entwicklung der deutschsprachigen Punk-Szene spätestens seit den BOXHAMSTERS verpennt. Was in letzter Zeit an solch hochwertigen Bands nämlich veröffentlicht wurde (BLUMEN AM ARSCH DER HÖLLE, HOUSE OF SUFFERING, etc.), das verdient auf jeden Fall volle Beachtung. In bisher ungeahnte Höhen dringen nun auch die Hamburger ... BUT ALIVE vor und hier ist die Bezeichnung ‚Meilenstein des Deutschpunk‘ mehr als berechtigt. Textlich differenziert, aber trotzdem immer genau auf den Punkt gebracht, ausgetretene Punk/HC-Pfade werden geschickt umgangen, ohne aber deren Roots zu verleugnen. Selbst vor HipHop-Elementen schreckt man im Song ‚Nur Idioten brauchen Führer‘ nicht zurück und dennoch kann man mit diesem Song sicherlich auch Leute begeistern, die normalerweise nicht auf diese Art von Musik stehen. Tja, außer toll, super, genial fällt mir da eigentlich recht wenig ein.“ Es kann also niemand behaupten, wir hätten die später allgemeine Begeisterung über die Band um Marcus Wiebusch nicht schon vorweggenommen. Unerwähnt geblieben war damals das ikonische Coverartwork von Eric Drooker, das sich auch auf zig T-Shirts fand und dem US-Grafiker in Deutschland große Bekanntheit verschaffte. Wie das zweite Album „Nicht zynisch werden?!“ von 1995 auch erschien das Debüt auf dem legendären Hamburger Punklabel Weird System – zur Frage, ob dessen Macher etwas damit zu tun hat, dass die Platten 26 Jahre nicht mehr erhältlich waren, dürfte es schwer sein, offizielle Antworten zu bekommen ... Nun aber hat Marcus Wiebusch, der die beiden folgenden Alben „Bis jetzt ging alles gut“ (1997) und „Hallo Endorphin“ (1999) auf seinem eigenen Label B.A. Records veröffentlichte, sie endlich neu auflegen können – mit Grand Hotel van Cleef hatte er zusammen mit Thees Uhlmann und Reimer Bustorff 2002 einen Nachfolger gegründet, wo seitdem die ... BUT ALIVE-Nachfolgeband KETTCAR veröffentlicht. Über „Nicht zynisch werden?!“ schrieb ich in Ox #19 dies: „Man kann sich aussuchen, ob man den Titel des zweiten ... BUT ALIVE-Albums als resignierte Frage oder ermutigende Aufforderung ansieht. Schon lange haben mich die Texte einer Band nicht mehr so provoziert und emotionalisiert ‚Zynismus scheint die einzige mögliche Antwort auf diese Scheiße, die sich Zustand nennt. Zynismus lässt alles erträglicher erscheinen und macht aus der bittersten Erkenntnis einen noch ganz guten Witz. Zynismus ist Schwäche und, verbunden mit Feigheit, die billigste aller Antworten‘, schreiben die Hamburger im Info zum Album und treffen damit ziemlich exakt meine gegenwärtige Befindlichkeit. Auch sonst fehlt hier pseudo-intellektuelles Geschwalle und selbstverliebte Hobbypoesie, das platte Auf-die-Kacke-Hauen wird anderen überlassen und politische Korrektmeier bekommen ihr Fett weg. Die musikalische Seite von ‚Nicht zynisch werden?‘ lässt ebenfalls nichts zu wünschen übrig. Wie schon auf ‚Für uns nicht‘ werden melodischer Hardcore, Deutschpunk und HipHop-Elemente zum unverkennbaren ... BUT ALIVE-Sound verquirlt und machen die Band so zu einer der besten im Land. Sollte man haben.“

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