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Bela B Felsenheimer

„Ähnlichkeiten zu realen Personen und Ereignissen sind rein zufällig“ heißt es im Vorspann zu Filmen immer dann, wenn die Zuschauer:innen „zufällig“ den Eindruck haben, dass die Geschichte sie nicht ganz so zufällig an reale Ereignisse erinnert. Nun, Bela B hat guteAnwälte, sein Verlag ebenfalls, und Till Lindemann auch. Und wenn nun Felsenheimer einen Roman schreibt über eine kontroverse deutsche Band namens nbl/nbl, deren Mitglieder gegenüber Frauen sexuell übergriffig geworden sind/sein sollen, dann kann er – siehe das exklusive Spiegel-Interview von Ende Januar 2025 dazu – noch so viel damit kokettieren („Mag sein ...“), dass es ja ums Große, Ganze ginge (und nicht konkret um RAMMSTEIN), man ahnt dennoch an jeder Ecke der Story, dass Felsenheimer aus dem Nähkästchen plaudert. Nicht dem eigenen, sondern dem, was man so aus zweiter, dritter Hand mitbekommt, wenn man über Jahrzehnte im Rock’n’Roll-Geschäft tätig ist. Das macht „die Verhältnisse“ nicht besser, das ist weit von persönlicher Involviertheit entfernt, aber Bela Bs Roman hat etwas von einer gewissen Verdruckstheit: man kann und will nicht so damit rausgehen, wie es angesichts des Themas nötig wäre. Seine (fiktiven) Beschreibungen des (eines!) modus operandi im Live-Musikgeschäft sprechen eine schmutzige Wahrheit aus, man nimmt Felsenheimer seine Empörung über patriarchale Strukturen ab. Doch die formale Umsetzung, die Parallelhandlungen (Frauenclique auf Bootsausflug, übergriffiger Chef) wirken etwas hölzern, das „Einbauen“ des 2024 neuen Phänomens ChatGPT in die Handlung eher überflüssig, so dass ich unterm Strich festhalte: Das Buch ist ein interessanter Beitrag zur Debatte über Patriarchat und Rockmusik, aber von Bela B als einem der Guten hätte man sich mehr Mut gewünscht.

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