GEGEN ALLE FLAGGEN

Der Piratenfilm als Teil des Mantel-und-Degen-Genres ist bis heute nicht totzukriegen, wie die Popularität von Gore Verbinskis „Fluch der Karibik“ und die der weiteren vier Teile der „Pirates of the Caribbean“-Reihe in den letzten Jahren bewies. Die Hochzeit des Genres war zweifelsohne in den 1940er und 1950er Jahren, auch wenn später noch sehenswerte Filme dieser Art entstanden wie 1976 „Der scharlachrote Pirat“ oder 1986 Polanskis „Piraten“. Quasi zum Aushängeschild für solche Mantel-und-Degen-Filme wurde der gut aussehende und sportliche Errol Flynn, der das Image des „Haudegens“ wie kaum ein anderer Darsteller verkörperte. Allerdings endete Flynns Zeit als Star von Warner Brothers 1953 mit „Der Freibeuter“, wo man dem ergrauten 44-jährigen sein exzessives Privatleben deutlich ansah – 1959 beendete ein Herzinfarkt sein Leben. Im Vergleich zu seiner Verkörperung von Robin Hood 14 Jahre zuvor sah der alkoholkranke Flynn schon 1952 in „Gegen alle Flaggen“ von Western- und Abenteuerfilm-Routinier George Sherman nicht mehr ganz so frisch aus, als charmanter Womanizer und verwegener Draufgänger funktioniert er an der Seite von Maureen O’Hara und Anthony Quinn in einem seiner letzten bedeutenderen Filme immer noch recht gut. „Gegen alle Flaggen“ wurde jetzt auf DVD und Blu-ray neu aufgelegt, die Bildqualität ist gut, spektakuläre Extras oder Untertitel für die Originaltonspur fehlen weiterhin. Wie die meisten Piratenfilme zeichnet auch „Gegen alle Flaggen“ ein ziemlich romantisiertes Bild der historischen Wirklichkeit der Freibeuter und liefert in knalligen Technicolor-Farben anspruchslosen, aber unterhaltsamen und liebevoll ausgestatteten Eskapismus mit dezenten emanzipatorischen Bestrebungen. Quasi eine Undercover-Geschichte, denn Flynn spielt darin einen britischen Offizier, der als Spion bei Piraten eingeschleust wird.

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