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GILES, GILES & FRIPP

The Cheerful Insanity Of Giles, Giles & Fripp / The Brondesbury Tapes

1968 war die britische Popwelt noch im Rausch von „Sgt. Pepper“, während der spätere KING CRIMSON-Gitarrenzauberer Robert Fripp und die Brüder Giles in London an ihrem ganz eigenen Universum werkelten. „The Cheerful Insanity ...“ wirkt wie das Tagebuch dreier Exzentriker: teils Musical, teils Barjazz, teils Psych-Folk. „North meadow“ kombiniert barocke Harmonien mit jazziger Basslinie – skurril, aber reizvoll. Ein kurioses Pop-Album, halb barockes Kabinettstück, halb ironische Collage – irgendwo zwischen BONZO DOG DOO-DAH BAND, PENTANGLE und frühem Zappa. Jazzige Harmonien, Vaudeville-Humor, skurrile Zwischenspiele und Fripps präzises Fingerpicking bilden ein Kaleidoskop, das so verspielt wie akademisch klingt. Songs wie „The saga of Rodney Toady“ oder „Under the sky“ zeugen von Witz und Handwerk gleichermaßen. „The Brondesbury Tapes“, ein Jahr später in Fripps Wohnzimmer aufgenommen, sind eine visionäre Blaupause. Aufgenommen mit einer gebrauchten Revox-Maschine, enthält diese Sammlung Demos, die bereits das Fundament für „In The Court Of The Crimson King“ legen. „I talk to the wind“ erscheint hier in zwei Frühfassungen – eine von Peter Giles, eine mit Judy Dyble (ex-FAIRPORT CONVENTION), deren Stimme zarten Folk-Glanz über Fripps flirrende Gitarren legt. Ian McDonalds Saxophon- und Flötenspiel öffnet die Tür zu den orchestralen Sphären, während Michael Giles’ rhythmische Finesse das Ganze zusammenhält. Das 2025er-Remaster ist kein Schönheitsfilter, sondern eine behutsame Restaurierung: das Knistern bleibt, das Zeitgefühl auch. Ohne diese Skizzen gäbe es kein „21st century schizoid man“. Zwei Alben, ein Ursprung: der Moment, in dem Pop den Kopf hob.

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