Foto

DINA SUMMER

Girls Gang

Was immer wieder von Besucher:innen über Berlin gesagt wird: Hier tragen alle nur Schwarz. Stimmt, das ist ja das Tolle an dieser Stadt, bunten Kackscheiß kannst du auch woanders kriegen. Berlin ist halt Hauptstadt in black. Auch das Electro-Trio DINA SUMMER gibt sich so gesehen auf seinem neuen Album sehr berlinerisch. Sogar das Artwork kommt in Bezug auf die Musik viel stimmiger rüber als beim Vorgänger „Rimini“. Das war ja die reinste Italo-Pop-Referenz, die im Kontrast zum musikalischen Inhalt allerdings richtig gut zur Geltung kam – es gibt also viele Wege in die Schlange vorm Berghain. Dort sollte man wohl Schwarz tragen, um in den weiten dunklen Räumen vollkommen auf- oder unterzugehen. Die kalten und dunklen musikalischen Räume von DINA SUMMER werden auf „Girls Gang“ ein weiteres Mal eröffnet. Wieder ist da dieser Bezug zu 1980er-Jahre-Dark-Wave und -Synthpop wie von MALARIA! oder Anne Clark oder etwas zeitgenössischer zu Bands wie BOY HARSHER und LEBANON HANOVER. Interessant ist dabei, dass mit Kalipo ein Kollege von den Electro-Punks FRITTENBUDE am Start ist, während die anderen beiden Musizierenden vom griechischen Produzenten-Team LOCAL SUICIDE kommen. Es ist immer wieder spannend, wohin manche musikalische Entwicklung so führt. In diesem Fall in eine angenehm melancholische Richtung, die Verletzlichkeit und Coolness gleichermaßen sichtbar machen kann. Werde dazu erstmal im schwarzen Hoodie durch den Plattenbau tanzen.

Anzeige