
Die Chance, dass hinter einem Promofoto mit einem oder zwei Musikern eine Black Metal-Band steckt, ist verdammt groß. So auch hier, wenngleich JR und H nur der Kern von THE GREAT SEA sind und sich mit A als Sänger und HW am Bass für die Aufnahmen ihres Debüts verstärkt haben. Aber genug Buchstabendropping. „Die edle Kunst der Verwüstung“, das hört sich nun derber an, als die Musik ist, die nur gelegentlich in klassische schwarzmetallene Raserei abdriftet, sondern einen Großteil in diesen mäandernden naturverbundenen Landschaftsmalereien schwelgt. THE GREAT SEA gelingt es aber, dabei ein hohes Energielevel zu halten, das die Spannung durchweg aufrechterhält. Der transparente Mix und die organischen Instrumente könnten dem Traditionalisten der Zvnft vielleicht sauer aufstoßen, geben der Musik aber die Kraft, die sie unmittelbar auf den Hörer transportiert. Wenn ich jetzt noch erwähne, dass die Band trotz ihres Namens nicht von der Küste Skandinaviens, sondern aus Nordrhein-Westfalen stammt, ist das vielleicht ein Fall kultureller Aneignung, aber ändert nichts an der Qualität von „Noble Art Of Desolation“. Check it out.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #181 August/September 2025 und Ollie Fröhlich