H. G. WELLS: DER UNSICHTBARE

Die 26-teilige Fernsehserie „H. G. Wells: Der Unsichtbare“ erschien bereits 2015 mal auf DVD (inklusive der nie ausgestrahlten Pilot-Folge im Original) und wurde jetzt neu aufgelegt. An eine TV-Ausstrahlung kann ich mich nicht erinnern, die ordentliche deutsche Synchronisation entstand offenbar erst 1995. Die Vorlage dafür lieferte natürlich H. G. Wells’ Roman „Der Unsichtbare“ von 1897, der das erste Mal 1933 von „Frankenstein“-Regisseur James Whale verfilmt wurde und zu den klassischen, von Universal produzierten Monsterfilmen dieser Zeit gehört. Auch wenn der Wissenschaftler Dr. Griffin, der darin eine Unsichtbarkeits-Formel entdeckt, dadurch langsam dem Wahnsinn verfällt und Weltherrschaftspläne zu schmieden beginnt, gar kein richtiges Monster ist. In Folge entstanden qualitativ sehr unterschiedliche Fortsetzungen von Universal, zuletzt hatte Blumhouse Production 2020 unter dem Titel „Der Unsichtbare“ die Titelfigur zum brutalen Stalker gemacht, eine sleazigere Variante von Paul Verhoevens „Hollow Man“ von 2000. Zu den seriöseren Verfilmungen gehört der BBC-Sechsteiler „Der unsichtbare Mann“ aus den 1980ern, eine größtenteils werkgetreue Wiedergabe von Wells Geschichte. Showrunner Ralph Smart, der auch für „Geheimauftrag für John Drake“ verantwortlich war, mit Patrick McGoohan aus „Nummer 6“ („The Prisoner“), übernahm für „H. G. Wells: Der Unsichtbare“ aber nur Wells’ Grundidee. Man fühlt sich dabei an die amerikanische Serie „Invisible Man – Der Unsichtbare“ (2000-2002) erinnert, in der ein ehemaliger Einbrecher als Unsichtbarer für die Regierung arbeiten muss. In Smarts sehr kurzweiliger Serie geht es um Dr. Peter Brady (zur Abwechslung mal kein verrückter Wissenschaftler), der, während er versucht, seine ständige Unsichtbarkeit wieder rückgängig zu machen, für den Geheimdienst als Agent aktiv ist.

Anzeige