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HARAKIRI FOR THE SKY

Scorched Earth

Eigentlich ist so modernisierter „blackened“ Post-Metal gar nicht unbedingt meins, obwohl der sicher auch Metalcore-Fans schmecken müsste, die ansonsten mit undergroundigeren und gröberen Formen von Black Metal nichts anfangen können. Die 2011 gegründeten HARAKIRI FOR THE SKY aus Österreich, bestehend aus Matthias „M.S.“ Sollak und Sänger Michael „J.J.“ Kogler, die 2012 ihr selbstbetiteltes Debüt veröffentlichten – 2022 gab es eine Neuaufnahme, ebenso wie vom zweiten Album „Aokigahara“ von 2014 –, besaßen neben einer grundsätzlichen straighten Rockigkeit aber schon immer eine mitreißende emotionale, düstere Komponente und eine stilistische Offenheit bis hin zu Pop, Shoegaze und Klassik. Das ließ ihre breitwandigen Kompositionen aus der Metal-Beliebigkeit (ob Post- oder Black) herausragen, ohne dass der HFTS-Sound zu technisch oder poliert klingen würde. Bei ihrem letzten Album „Mære“ setzten sie sich leider etwas in die Nesseln, als sie sich als Gastmusikerin die rechtsorientierte Französin Audrey Sylvain für einen Song mit ins Boot holten. Immer noch auf der Platte zu hören ist allerdings Stéphane Paut, der mal bei den gleichermaßen umstrittenen PESTE NOIRE trommelte, wo Sylvain ebenfalls aktiv war. Sehr unglücklich so was. Auch das neue HFTS-Album „Scorched Earth“ ist musikalisch wieder äußerst gelungen, wobei sich die Band zwar nicht neu erfindet, aber ihrem dicht gestrickten, äußerst dynamischen Sound interessante Nuancen hinzufügen kann, die hier den Unterschied ausmachen. Gäste gibt es auch wieder, aber welche der unpeinlichen Sorte wie Serena Cherry von SVALBARD.

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