
Beim ersten Ton der einsetzenden Gitarre meint man zu wissen: das sind NOFX! Die Stimme ist dann aber anders und siehe da, es sind HEARTWELLS, passenderweise aus Kalifornien. Die Band veröffentlichte 2023 eine Split-EP mit EMPIRED und 2024 neben „The New Old School“ noch eine 10“ („Ollie“). Die noch recht junge Band, die sich in Corona-Zeiten gegründet hat, ist in Kalifornien recht gut integriert, wie es scheint: „The New Old School“ hat (wieder) Paul Miner (H20, FREEWILL, CHASER, BAD COP/BAD COP) produziert und auch Guest Vocals beigesteuert. Ein Mitglied der Band spielt auch bei GET DEAD. Die 14 Songs dauern rund 37 Minuten und laufen in einem Rutsch durch, da wird nichts neu erfunden und das ist bei der Platte auch richtig. Ich erinnere mich an STRUNG OUT, PULLEY, der Bass ballert wie bei RANCID und all die alten Trademarks sind dabei – Singalongs, Ska- und Beach-Elemente („Coasted“, „Island wasteland“) und dann werde ich ganz melancholisch. Die Platte hätte genau so schon in den 1990ern auf dem Plattenteller ihre Runden drehen können. „Sounds good, but not good enough to sign“, sagte Fat Mike angeblich. Nach seinen Maßgaben mag das stimmen – eine schöne Sommerplatte ist den HEARTWELLS aber auf jeden Fall gelungen.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #181 August/September 2025 und Roman Eisner