
Die Veröffentlichung der sechs „Books of Blood“ genannten Kurzgeschichtensammlungen (die etwas verzögert auch auf Deutsch als „Buch des Blutes“-Reihe erschienen) brachten dem britischen Autor Clive Barker ein nettes Kompliment vom häufig als „King of Horror“ bezeichneten Stephen King ein: „I have seen the future of horror and his name is Clive Barker.“ Ähnlich wie bei King wurden in Folge viele von Barkers Geschichten verfilmt, nur waren die wenigsten gut. Deshalb nahm Barker 1987 für „Hellraiser – Das Tor zur Hölle“ selbst im Regiestuhl Platz, einer Adaption seiner Geschichte „The Hellbound Heart“ von 1987, die erst Mitte der 1990er auf Deutsch erschien. Trotz des geringen Budgets fand Barker genau die richtigen Bilder für seine herrlich perverse Sadomasochismus-Geschichte über einen geheimnisvollen Würfel, der das Tor zu einer anderen Dimension mit grotesken Wesen öffnet, in der einen unvorstellbare sinnliche Erfahrungen erwarten sollen, was sich aber als ziemliche Mogelpackung herausstellt. Danach entstanden bis 2018 neun weitere „Hellraiser“-Filme, von denen eigentlich nur Tony Randels „Hellbound – Hellraiser II“ von 1988 halbwegs gelungen ist. 2022 gab es dann eine Art Remake von „Hellraiser“ (den Zusatz „Das Schloss zur Hölle“ gibt es nur hierzulande), das bisher aber nur auf Streaming-Plattformen verfügbar war. Erst jetzt erschien der Film in unterschiedlich gestalteten, hochpreisigen Spezialverpackungen auf Blu-ray. Im Gegensatz zu den vorherigen Teilen des Franchise liefert diese neue Adaption, in der ein an den Marquis de Sade erinnernder Millionär und Kunstsammler in den schmerzhaften Genuss der höllischen Puzzlebox kommt, auf jeden Fall ein unterhaltsames Horror-Spektakel, kommt aber auch nicht an die verstörende Qualität von Barkers innovativem Originalfilm heran.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Thomas Kerpen