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HERR ROSSI SUCHT DAS GLÜCK

In Zeiten perfekter Animationsfilme aus dem Rechner geraten die alten Meister dieser Zunft, deren Werke noch in mühseliger Handarbeit entstanden, immer mehr in Vergessenheit, vor allem, wenn sie schon aufgrund ihres politischen und satirischen Anspruchs nur bedingt familienfreundliche Unterhaltung lieferten. So jemand ist der 87-jährige Italiener Bruno Bozzetto, der schon seit den 1960ern in diesem Bereich arbeitet. 2019 wurde dessen Schaffen mit der erstaunlicherweise immer noch erhältlichen 4-DVD-Box „Die Welt des Bruno Bozzetto“ gewürdigt, die seine Langfilme „Der wildeste Westen“ (1965), „VIP – Mein Bruder, der Superman“ (1968) und „Allegro non troppo“ (1976) enthält. Mit „Der wildeste Westen“ wurde Bozzetto quasi zu einem der Wegbereiter des Italowesterns, „VIP – Mein Bruder, der Superman“ war eine herrliche Superhelden-Parodie und mit „Allegro non troppo“ gab es einen Gegenentwurf zu Walt Disneys „Fantasia“. Bekannter dürfte aber die von Bozzetto geschaffene Figur Herr Rossi sein, der er zwischen 1960 und 1977 insgesamt 36 Filme widmete. In den Jahren 1976, 1977 und 1978 entstanden die drei abendfüllenden und gesellschaftskritischen Filme „Herr Rossi sucht das Glück“ („Il Signor Rossi cerca la felicità“), „Herr Rossi träumt“ („I sogni del Signor Rossi“) und „Die Ferien des Herrn Rossi“ („Le vacanze del Signor Rossi“), untermalt von der beschwingten Musik von Franco Godi. Hierzulande wurden die Filme allerdings in Episoden aufgeteilt und als Serie ausgestrahlt. So waren sie auch auf allen bisherigen DVD-Veröffentlichungen enthalten, ergänzt um die frühen Herr Rossi-Kurzfilme, wie es auch auf der aktuellen DVD-Neuauflage wieder der Fall ist. Herr Rossi ist Bozzettos Entsprechung des sogenannten „kleinen Mannes“, dessen humor- und fantasievolle Suche nach dem Glück von allerlei Widrigkeiten begleitet wird.

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