HUNDREDS OF BEAVERS

Es gibt Filmideen, die so bescheuert klingen, dass es eigentlich unvorstellbar ist, daraus einen funktionierenden Film machen zu können, was sicher auf „Hundreds of Beavers“ zutrifft. Dafür verantwortlich sind Mike Cheslik und Ryland Tews, die beeinflusst von Monty Python und den Filmen von Guy Maddin unter Beweis stellten, was man mit nur 150.000 Dollar, Adobe After Effects und billigen Tierkostümen alles bewerkstelligen kann. Die Zeichentrickfilme von Tex Avery und die Komiker der Stummfilmzeit wie Buster Keaton, Charlie Chaplin und Harold Lloyd dürften ebenfalls eine große Inspirationsquelle gewesen sein. Bereits 2018 hatten Tews und Cheslik mit nur 7.000 Dollar den ähnlich angelegten, humorvollen „Lake Michigan Monster“ gedreht, eine technisch überraschend versierte, detailverliebtheite Schwarzweiß-Hommage an die B-Horrorfilme der 1950er und 1960er Jahre. Aufgrund des wenig überzeugenden Trailers hatte ich bisher allerdings wenig Lust verspürt, „Hundreds of Beavers“ in voller Länge anzusehen, bin aber froh, es doch noch getan zu haben. Inzwischen ist er auch hierzulande auf DVD und Blu-ray erschienen. Eine deutsche Synchro war nicht nötig, denn es gibt keine Dialoge, dafür viel Slapstick und eine schwer in Worte zu fassende Abfolge verrückter Ereignisse, bei denen natürlich Bieber eine große Rolle spielen, alles umgesetzt mit einem wirklich beeindruckenden visuellen Einfallsreichtum. In „Hundreds of Beavers“ geht es um einen Applejack-Brenner im 19. Jahrhundert, der seine Plantage durch eine Biberplage verliert und daraufhin Fallensteller- und Pelztierjäger wird, um sich an den pelzigen Plagegeistern zu rächen. Bei neuen Filmen wird ja gerne inflationär mit dem Prädikat „Kult“ um sich geworfen, „Hundreds of Beavers“ hat definitiv das Zeug dazu, aber darüber sollten wir uns in ein paar Jahren noch mal unterhalten.

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