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BANKRUPT

Illiberal Holiday

Ungarn erlebt seit Jahren schon, was uns womöglich drohen könnte, sollte die CDU (was ich dieser unbedingt zutraue) aus machtpolitischen Gründen mit der AfD zusammenarbeiten: Den Umbau des Staates zu einer illiberalen Demokratie, in der Minderheitenrechte und Meinungsfreiheit konsequent eingeschränkt werden. Viktor Orbán setzt das konsequent und nach Meinung mancher unumkehrbar um, in Polen ist die PiS-Partei auf dem gleichen Trip, und BANKRUPT aus Budapest thematisieren das konsequent. Daher der Albumtitel, daher Songs wie „Idiot tax“, „Hungarian Satan“, „Viktorland“ oder der Titelsong, aber auch „The plane to Toronto“, wo es um ihren Ex-Sänger geht, der vor einiger Zeit von der chinesischen Diktatur als Geisel festgehalten wurde. BANKRUPT gibt es schon seit einer halben Ewigkeit, Mitte der Neunziger gründeten sie sich, 2000 kam ihre erste Platte, „Illiberal Holiday“ ist ihr sechstes Album, und trotz der klaren, ernsten Botschaft setzen BANKRUPT hier ihr traditionelles Pop-Punk-Konzept alter US-Schule wieder konsequent um, weichen nur bei „Tropical breakdown“ in fast schon radiotaugliche Pop-Gefilde aus, haben bei „Astrolena“ einen elektronischen Touch und DICKIES-Feeling. Leider liegen die Texte nicht bei, bei Interesse müssen also die digitalen Kanäle bemüht werden.